Sa 3 Jun 2006
LoF und Pile
Posted by andreas.mertens under LawsOfForm, PileSystems
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Auf dem Weg zu mehr Erkenntnis zu den Laws ist mir natürlich schon der Gedanke durch den Kopf gegangen, was Pile wohl mit den Laws zu tun hat? Mittlerweile ist mir auch klar, das man mit den Laws weit mehr machen kann als rangierende Züge in einem Tunnel zu zählen. Bisher bin ich jedoch leider nicht auf die konkrete Dokumentation des Spencer-Zählers getroffen (hilft bestimmt für das Verständnis); die Erfindung soll ja nach Felix Lau patentiert und nach wie vor in der Anwendung sein. Da
mir nach wie vor der mathematische Zugang schwer fällt habe ich mich entschlossen parallel auch den philosophischen Zugang zu den Laws zu versuchen. Dazu habe ich mir die “Löwenzähne” von Spencer Brown geholt, sowie das Buch “Die Form der Paradoxie” von Felix Lau. Auf das Buch von Felix Lau bin ich gestossen, weil ich durch die deutsche Übersetzung der “Definition”1
“Unterscheidung ist perfekte Be-Inhaltung” (LoF von Thomas Wolf)
an Ying-Yang denken musste und Felix Lau sich in Kapitel III “Eine formtheoretische Erkenntnistheorie” mit dem Begriff des re-entrys und Ying-Yang auseinandersetzt. Bezüglich der “Definition” führt Felix Lau auf Seite 40 in seinem Buch aus, das durch die Unterscheidung eines Kreises in einer Ebene durch die vollständige Schließung perfekt ist: “Sie schließt dieses ein und jenes aus”. Durch den Kreis wird “perfekt be-inhaltet”. Tatjana Schönwälder und Katrin Wille setzt sich mit der “Definition” etwas anders auseinander, von dem englishen Originaltext ausgehend (ab Seite 67):
“Distinction is perfect continence”
Dabei spielt die Bedeutungsvielfalt des Begriffes continence im Englischen eine besondere Rolle. Hier führen Sie den Leser zum Begriff des Zusammenhangs:
“… Das Verb (continere) hält aber auch die geometrische Verwendung bereit im Sinne von ‘zusammenhalten’ …”
Letztendlich kommen Sie zu dem was ich in dem Ying-Yang-Symbol sehe: (1) Die perfekte Einschließung eines Bereiches, der innere Zusammenhalt eines Bereiches (schwarz, weiß, gut, böse, …), (2) Der Zusammenhang, das eines etwas anderes ausschließt und (3) die Verbindung von (1) und (2), das durch den Zusammenhang/die Relation aus (1) und (2) erst etwas erscheint (das überhaupt erst etwas unterscheidbar wird). Oder so: durch das Ziehen einer Grenze entsteht das Eingeschlossene und das Ausgeschlossene. Was dadurch entsteht (z.B. ein Kreis) wird sichtbar durch die Relation zwischen Engeschlossenem und Ausgeschlossenem, pefekte Be-Inhaltung im Sinne von “perfect continence”, also Zu-sammenhang.
Interessant finde ich bzgl. LoF und Pile die Ausführungen von Ralf Barkow in seinem Blog zum Thema Pile Combinative Pointer. Ich bin mir sicher das es sich lohnen wird weiter in Pile einzusteigen. Mein nächster Schritt, um Pile besser zu verstehen wird die Implementierung des Layers darstellen, der auf den Pile-DLL-Kern aufsetzt, die Pile-Engine. Die parallelen zwischen Pile und den Laws ist mir jetzt auch mehr klar geworden:
- Die Laws beschreiben die Entstehung von Etwas durch den Akt der Unterscheidung und geht nicht von Objekten oder etwas wie Entitäten aus
- In Pile existieren ebenfalls keine Entitäten, sondern ausschließlich Relationen von Atomen und Relationen von Relationen. Durch das Traversieren der normativen und assoziativen Bäüme im PileSpace lässt man etwas entstehen
Von daher glaube ich, das sich die intensive Auseinandersetzung mit Pile und den Laws gegenseitig befruchten wird. Ich habe hier das Gefühl, das die Auseinandersetzung mit dem einen (z.B. Pile) Zugänge zu dem anderen (z.B. Laws) ermöglicht und umgekehrt. So wurde mir z.B. die Zirkularatmung für das Didgeridoospielen zugänglich, indem ich eine Yoga-Pranayama-Atemübungen beim Didgeridoospielen durchgeführt hatte. Plötzlich hatte ich in beiden Bereichen Zugänge, die mir zuvor verschlossen blieben.
