Irgendwie gefiel mir das Wort “ErzieherInn” noch nie. Was ziehen die Er-Zieher im Kindergarten an meinem Kind? Ein Blick in mein Herkunftswörterbuch bringt folgendes unter “ziehen, erziehen” zu Tage :

>> zu etwas anleiten, jemandes Geist und Charakter bilden und seine Entwicklung fördern <<.

Das beschreibt schon besser mein Bild von einem Menschen der ein Kind begleitet, es fördert, es im Identfindungsprozess und Eltern-Lösungsprozess unterstützt. Leider, so glaube ich, wird oft das “Ziehen” falsch verstanden (an den Ohren ziehen ist da so eine unangenehme Assoziation die in mir aufsteigt). Eine richtige gute Analogie zum Er-Ziehen findet man auf dem Schloss Freundenberg in Wiesbaden, wo man das Erfahrungsfeld der Sinne erleben kann. Dort wird folgendes “Experiment” geschildert (“Der Stein-Pendel, Außenbereich).

An einem Seil hängt ein Stein (Felsbrocken), den nicht mal ein starker Mann anheben kann. Nun wird ein hauchdünner Faden an diesem Stein befestigt. Mit einem ganz zartem Ziehen und wieder Loslassen an diesem Faden soll nun der schwere Stein zum Schwingen gebracht werden. Und zwar so, das er mind. 1 Meter pendelt. So soll es auch mit dem Er-Ziehen sein: ganz leicht und vorsichtig ziehen und im richtigen Moment loslassen, sodaß der Faden nicht reißt ! Angeblich machen dies LeherInnen und Pädagogen in der Schweiz, bevor Sie Kinder “er-ziehen” dürfen.

Vielleicht sollte man diese “Aufnahmeprüfung” in Deutschland auch einführen ????