Di 5 Sep 2006
Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen
Posted by andreas.mertens under Allgemein, Kybernetik
[2] Comments
das berühmte Beispiel vom Blinden Fleck, welches HvF auch immer wieder vorführte, fasziniert mich immer wieder. Die doppelte Verneinung führt nicht zur Bejahung (siehe auch Pörksen).

Das Experiment geht so: Man halte sich mit der linken Hand das linke Auge zu und fokusiert mit dem rechten Auge den Stern (links). Dann variiert man den Abstand zwischen Auge und Bildschirm so lange bis der Kreis verschwindet. Wissenschaftlich ist das schnell mit dem Blinden Fleck erklärt, weil es Stellen der Netzhaut gibt, an der sich keine Lichtrezeptoren befinden. Die spannende Frage ist nun, warum sehen wir dieses “Nichtsehen” nicht in Form einer “Störung”, wenn wir “normal” schauen. Warum sehe ich nicht ein “Loch” wenn ich auf eine Wand schaue, bedingt durch die Stellen in meiner Netzhaut ohne Lichtrezeptoren. Wir sehen nicht, das wir nicht sehen. Jochen Röpke vergleicht dies auch mit der unbewußten Inkompetenz (Seite 88 auf seinem Papier “Der evolutorische Unternehmer”). Wir wissen nicht, das wir nicht wissen. Die bewußte Inkompetenz müsste dann wohl dem Satz “Ich weiß, dass ich nichts weiß” von Sokrates entsprechen?
Und interessant ist doch dann wieder wie diese obigen meine Gedanken getriggert wurden. Nämlich dadurch, das mein Blog mit Kommentaren “zugespamed” wurde mit diesen Ringtones-Einträgen.
Ich machte mich nämlich auf die Suche nach einen entsprechenden Blog-Spamschutz, bis ich merkte, das meine Blogsoftware schon über einen Spamschutzmechanismus verfügt :-) Ich musste ihn nur aktivieren unter den Wordpress-Plugins. Das gute Modul heisst Akismet und scheint seine Dienste schon mit Erfolg zu verrichten.
Das ich dieses PlugIn nicht sah, entspricht das jetzt “Ich weiß, dass ich nicht weiß” oder “Ich weiß nicht, dass ich nicht weiß”?
2 Responses to “ Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen ”
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Trackback from Junge junge, strenge Jacke!
Oktober 11th, 2006 at 20:32Gesetze der Form
Wenn man sich mit (soziologischer) Systemtheorie nach Luhmann beschäftigt, kommt früher oder später die Auseinandersetzung mit den Laws of Form. Zu dieser faszinierenden Idee von George Spencer Brown versuche ich heute etwas zu schreiben…


September 6th, 2006 at 01:42
Seelig ist der, der sieht und noch nicht weiß, dass er sieht.
Auf dem rechten Pfad ist der, der nicht sieht und weiß, dass er nicht sieht.
Doch in acht nehmen sollte man sich vor dem, denn er ist Grund des Übels, der nicht sieht und glaubt zu sehen!
Jelaledin Rumi, auch Mevlana (Meister) genannt, bekanntester Sufi aller Zeit, Gründer des Ordens der tanzenden Derwische (Mevlana Orden)