Ohne jetzt auf den Begriffen Informationsgesellschaft oder Wissensgesellschaft herumreiten zu wollen, fallen mir immer wieder “Unanehmlichkeiten” für den Endanwender auf, die – so meine Vermutung – durch die steigende Komplexität resultiert. Hier ein paar Beispiele:

  • Der Wechsel des DSL-Kommunikationsproviders ist in Deutschland ein Drama. Politische/Wirtschaftliche Kämpfe werden hier auf dem Rücken des Kunden ausgetragen. Dabei hat schon ein einzelner Callcenter-Agent über den Tellerrand seines Prozessabschnittes keinen Dunst. In Konsequenz leidet der Kunde, wenn es, wie so oft, über diesen Tellerrand hinausgeht! Man glaubt, die Komplexität durch die Trivialisierung der Menschen in den Griff zu bekommen.

  • Ein Tarifwechsel innerhalb ein und desselben Telekommunikationsprovider für mobile Dienste, kann ein ähnliches Drama sein.

  • Ein superteures Telekommunikations-Endgerät wie das Nokia E90 für über €400,- hat erhebliche Macken wie (a) eine nicht akzeptable Umsetzung einer GPS-Lösung, (b) keine Warnmeldung, wenn der Akuu fast leer ist, (c) ein Eintrag aus dem Telefonbuch lässt sich nicht mit einem Kalendereintrag koppeln usw. usf.

Das ist schon erstaunlich, was da so alles möglich – oder eben nicht möglich – ist. Auf der anderen Seite auch wieder nicht, denn wir entwickeln fortwährend Technik mit Technik weiter. Also heißt das, Technik wird mit Technik weiter entwickelt. Oder: Bestehende Technik fließt in neue Technik ein. Das ist ein kybernetisch rückgekoppelter Prozess und dieser verläuft in seiner Natur nicht linear sonder exponentiell, wegen der Rückkoppelung!

Mir scheint, dass deshalb auch immer schneller neue Dinge entstehen, sodaß man kaum noch mehr mithalten kann, man muss sich sozusagen auf eine “Metaebene” begeben, um überhaupt noch mitzukommen. Die Frage ist, ob das nicht irgendwann einmal dazu führt, dass das System kollabiert und kippt?

Auch wenn uns Filme wie “Die Matrix” oder Bücher wie “Otherland” sicher auf die Zukunft mit den Neuen Medien vorbereiten wollen, geht das Ganze doch eine Ecke schneller voran als die Analogie mit 1984 von Orwell und den heutigen Stand der Informationstechnologie !!!

Auch der kolportierte Abschwung von Second Life, angestoßen durch die normale Presse, erzeugt nur scheinbar eine Entschleunigung des aktuellen Prozesses … Wie das wohl alles weitergeht?