Am Wochenende war ich zur ersten Veranstaltung des neugegründeten Institutes für Design Science e.V. eingeladen. Das noch sehr unbekannte Gebiet lässt sich wie folgt beschreiben (Text auf der Einladungskarte):

Es gibt gegenwärtig vor allem zwei grassierene Arten der Unkenntnis, welche es den Menschen erschweren, sich in der Welt zurechtzufinden: zum einen die Illiteratizität der visuellen Kognition, zum anderen jene der formalen Konzeptualisierung. Beide verringern die Fähigkeiten zur praktischen Erfassung der vor allem räumlich repräsentierten Umwelt ganz entscheidend. Nur das Verständnis jener Randbedingungen aber, welche durch die Struktur der erfahrbaren Raumes vorgegeben werden, und des reichen Repertoires von Verhaltensmöglichkeiten im Rahmen dieser Randbedingungen ermöglicht angemessenes Verhalten im professionellen ebenso wie im gewöhnlichen Alltag. Nur eine solche Einsicht in die Zusammenhänge des organisierten Raumes ermöglicht mithin Ethik. So wie die Grammatik der Musik aus Harmonie, Kontrapunkt und Form besteht, welche die Struktur einer Komposition beschreiben, so besitzen die räumlichen Strukturen, ob sie nun kristalin sind, architektonisch oder choreographisch organisiert, ihre Grammatik, die aus Parametern wie Symmetrie, Proportion, Konnektivität, Valenz und Stabilität besteht. Der Raum ist dabei kein passives Vakuum; er besitzt vielmehr aktive Eigenschaften, welche die Strukturen, die ihn bewohnen, einschränken oder verstärken. Das in den USA seit einiger Zeit etablierte Fach Design Sciene umfaßt die Thematisierung dieser Grammatik im weitesten Sinne. Sie befaßt sich daher auch mit den verschiedenen Aspekten des Zusammenhangs von Kognition, Kommunikation udn Kooperation. Mit anderen Worten: Design Science konstruiert eine epistemische Strategie, die letztlich auf einen Begriff von Hamonie ausgreift: Harmoniprinzipiel kommen dadurch ins Spiel, indem eine Vielfalt der Teilsysteme, mit denen man in der Regel zu tim hat, immer auch einer Überprüfung in Hinsicht auf mögliche Symmetrien und andere harmonische Kriterien bedarf. Design bedeutet also im Grunde die Transformation (auch Übersetzung und somit Deutung) von Informationen. Und die Bereitstellung und das Management von Wissen sind dafür Voraussetzung. Mit anderen Worten: Design Science ist die Wissenschaft von der Organisation und Transformation relevanter Informationen. Wie jede Wissenschaft ist sie somit lehrbar, so daß zu ihrer Vermittlung ein entsprechendes Curriculum entwickelt werden kann. Zugleich können problemorientierte Dienstleistungspakete für eine je situative Beratung entwickelt werden. Der Entwicklung dieses Gesamtzusammenhanges von Forschung, Lehre und professioneller Praxis widmet sich, in enger Kooperation mit Fakultäten der Hoschschule München, die Arbeit des Institutes für Design Science.

Design Science hat insofern meine Aufmerksamkeit, dass es einen Zusammenhang mit Buckminster Fuller gibt, der widerum den Managementkybernetiker Stafford Beer inspirierte und das berühmte Buch Beyond Dispute schrieb, indem Beer zeigt, dass ultrastabile Dreiecksstrukturen aus der Architektur auf soziale Strukturen für die Teambidung übertragen werden können (Team Syntegrity).

Und, am Horizont stehen sehr interessante Projekte des Institutes. Ich möchte nocht allzuviel verraten, aber einen kleinen Hinweis in Richtung Virtueller Welten wie Second Life geben. Bei Gelegenheit einmal mehr …