letzte Woche erhielt ich einen Anruf aus Berlin, vom dem Who is Who-Verlag aus der Schweiz.

Da die Marke “Who is Who” in Deutschland nicht geschützt werden konnte, haben sich mittlerweile mehrere Verlage das Geschäft geteilt. Wikipedia dazu:

In Deutschland wurde 1978 eine Neuregistrierung der Marke „Who’s Who“ vom Deutschen Patent- und Markenamt abgelehnt, da sich der Ausspruch „Who’s Who“ als Gattungsbegriff durchgesetzt hatte. Die Bild-/Wortmarke des „Who’s Who“ blieb jedoch bestehen und die Rechte daran liegen heute bei Dr. Doelken.

Hübner’s Who is Who Verlag aus der Schweiz existiert offensichtlich seit 30 Jahren.

Das Original aus Schottland (Wikipedia) ist wohl etwas älter:

Die Personalenzyklopädie des Who’s Who wurde im Jahr 1847 vom schottischen Verleger Adam Black in Edinburgh gegründet und ab 1848 vom Verlagshaus A&C Black verlegt, wobei erstmals 1897 biografische Daten mit alphabetischer Einteilung veröffentlicht wurden

Man möchte ein Interview mit mir führen, um mich in die Personenenzyklopädie aufzunehmen. Hmmm, dachte ich mir sofort, dass kostet bestimmt und ist ein cleveres Geschäftsmodell. Man versicherte mir allerdings, das Interview und der Eintrag sei fei. Ich dachte mir, das kann nicht schaden und habe für dem 17. Juli ein Interviewtermin vereibart. Etwas komisch kam mir allerdings vor, dass mir der Mitarbeiter nicht sagen konnte, wie und warum ich unter die Auswahl von ca. 95.000 Menschen in Deutschland fiel.

Natürlich wollte ich herausfinden, mit wem ich es zu tun habe. Dabei bin ich noch auf die Seiten www.whoiswho.com (seit 1899), www.whoiswho.de und www.whoswho.de gestoßen.

Das stellt sich einem gleich die Frage, welcher Verlag ist seriös, welcher nicht, wie hoch ist di Auflage, wer kauft die Bücher und was ist das Business-Modell dahinter? Mein Ansprechpartner am anderen Ende sagte mir, das die Bänder an edelste Hotels und Businessclubs verkauft werden. Auf die Frage, was ein Band kostet, wurde mir geschickt ausgewichen.

Eine schnelle Amazon-Recherche entpuppt den Preis. Das aktuelle Band von 2007 kostet satte 512 Euro. gebrauchte, ältere Bände (ab 1992) erhält man bereits für 9,80 Euro bei Amazon.

Eine schnelle Google-Suche entpuppt auf der ersten Seite ein eher unangenehmen Artikel zu Hübners Who is Who-Verlag mit dem Titel “Das Geschäft mit der Eitelkeit”:

Mit einem Eintrag in ein Personenlexikon gibt ein Verlag Hinz und Kunz das Gefühl, prominent und bedeutend zu sein – zum Ärger der Herausgeber des “Who’s Who”.

Etwas weiter gegoggelt findet man den Beitrag “Die Bauchpinsler” von 2001.