Bücher


Puh! Jetzt habe ich George Spencer Browns Buch angefangen. Wie schön die “innere Schönheit” des Buches auch wirkt, leicht zugänglich erscheint mir der Stoff erstmal nicht. Auch wenn es heisst, das man sich einfach nur von dem “konditioniertem Grunddenken” frei machen muss. Und ich glaube ihm das, aber es ist nicht so einfach sich von bereits Gelernten “frei zu machen”. Das Buch fängt auf jeden Fall ganz “nach meinem Geschmack” an. Spencer Brown kritisiert die standard Lehrmethoden an unseren Schulen, und schreibt, das diese nach dem Muster

Gerede – Interpretation GI
funktionieren. Sprich nach dem klassischen Muster, das da vorne ein Lehrer steht, mehr oder weniger ein Monolog hält und man davon ausgeht, das der Sprecher die Bedeutung einer Aussage bestimmt.Lehrbuch Laws of Form

Er selbst favorisiert die Methode BB:

Befehl / Beobachte

Dies heisst einfach, das er eine Anweisung an den Lernenden formuliert und dieser dann eine Aktion ausführt und anschließend die Reaktion der Aktion beobachten soll. Oder: Lernen durch konstruieren oder konstruieren durch angeleitetes Lernen. Obwohl ich dies in den von mir gehaltenen Seminare auch so praktiziere, fällt es mir erstaunlicherweise schwer das Buch zu lesen, das konsequenz nach dem Prinzip BB (Befehl/Beobachtung) geschrieben ist. Es ist das einzige Buch, welches ich kenne, indem dies konsequent so umgesetzt ist.

Als Unterstützung habe ich mir ein Buch über das Buch gekauft: “Eine Einführung in die Laws of Form”. Es ist mir eine Unterstützung. So langsam werde ich mich an die Laws rantasten.

Teil der Welt

Teil der Welt ist Heinz von Foersters letztes Buch, welches in liebevoller Arbeit mit Monika Broecker geschrieben wurde. Hier wird das Leben von Heinz von Foerster beschrieben und wenn man es liest, dann kann man Heinz von Foerster fühlen. Ich habe das Buch gelesen und danach die CD 2×2=grün gehört. Danach habe ich das Buch noch einmal gelesen und es ist einfach toll, 2x2gleichgruenwenn man dann HvF sprechen hört, wenn man das Buch liest ! Scheinbar ist das Gehirn in der Lage intern Geräusche, HvF würde Krunz- und Zischlaute sagen, zu konstruieren.

— Jetzt wo ich dies gerade im Moment reflektiere, errinnere mich, dass in meinem letzten Seminar “Kybernetische Denken, Handeln und Lernen” ein Seminarteilnehmer nach einer nonverbalen Kommunikationsübungen folgendes zu mir sagte: “Nach meinem zweiten Hörsturz habe ich erkannt, das Geräusche/Sprache ein stückweit Illusion sind/ist”. Dann erzählte er mir, wenn er eine Szene zu den “Rest-Geräuschen”, die er noch wahrnehmen kann sieht, sein Gehirn hört (konstruiert)! Wenn er z.B. sieht, wie ein Glas über einen Metalltisch geschoben wird, dann hört er ein Geräusch! Passiert dies jedoch ohne visuelle Wahrnehmung, wenn er also mit dem Rücken zum Geschehen steht, dann hört er lediglich irgendetwas (was er nicht definieren kann). — zurück zum Buch —

Also wer HvF liebt muss dieses Buch lesen. Es ist einfach toll. Zu-fälliger-weise gibt es eine tolle Geschichte zu dem Buch. Und zwar, wie das Buch zu mir fand :-) Sedat erzählte mir nämlich von diesem Buch und der Autorin. Ungefähr zur selben Zeit kontaktierte Monika über OpenBC. So habe ich Zu-fälliger-weise Monika kennengelernt und es ist eine tolle Freundschaft entstanden. Lernt man ihre freundliche Art kennen und nimmt man Sie wahr, wenn Sie von Heinz spricht, dann wirkt Heinz plötzlich im Raum.

Ich frage mich gerade, was Heinz zu Blogs sagen würde, als Instrument “noch” stärker das “Teil-der-Welt” zu werden durch Mit-teilung und Reflektion/Feedback (Kommentare) ? In diesem Sinne möchte ich auch meinen Blog nutzen.

Die Paranoide MaschineWas einem so Alles Zu-fällt, wenn die Zu-Fälle einmal angefangen haben kettenreaktionsartig zu-zu-fallen !!!!. Also, nachdem diese Geschichte mit “Teil der Welt” geschah und ich Monika kennenlernte, sollte ich wohl bald die zweite Person kennenlernen, die Heinz von Foerster persönlich kannte: Peter Krieg. Also das war so …. Gregor nahm den Kontakt zu mir auf, wegen dem Thema Kybernetik im Management. Eine Zeit lang passierte nicht viel, dann aber rief er an und erzählte mir von einem Kybernetiker der eine spannende Sache hätte, und zwar eine Erfindung, mit der man Daten nicht als Daten wie bisher speichert, sondern in Form von Relationen: PileSystems. Da mich ausgefallene Dinge immer interessieren sagte ich zu und Peter Krieg aus Berlin besuchte uns in Wiesbaden. Zum Vorgeschmack auf Peter empfahl mir Gregor doch sein Buch “Die paranoide Maschine”. Nach wenigen gelesen Seiten zwang mich eine übermenschliche Kraft an meinen E-Mail-Client … Ich musste Peter eine E-Mail schreiben. Nach wenigen gelesenen Seiten wusste ich, dass das Treffen spannend wird. Und so war es dann auch … Seit dem bin ich Pile-infiziert und von der Idee begeistert. Dies war übrigens ein Grund, diesen Blog zu starten. Da ich mich stärker in Pile einarbeiten will, dachte ich es wäre Mal interessant, komplexere Themen durch ein Blog im Lernprozess selbst zu reflektieren. Ich vermute, ähnlich hat es Ralf Westphal getan. Der hat ein tolles Paper zum Thema Pile geschrieben: A Journey Into The Pile Pile Universe

law of Forms cover

Wie bin ich auf den Namen meines Blogs gekommen? Tja, ungefähr zu dem Zeitpunkt als ich mich in der “Ent-Scheidungsphase” befand, ob bloggen oder nicht, habe ich nun endlich angefangen, mich mit George Spencer Brown’s Meisterwerk “Laws of Form” auseinanderzusetzen. In seinem Buch “The Laws of Form”, stellt George Spencer Brown ein Kalkül, eine neue Logik vor.

Das wesentliche Element seines Kalküls ist die Unter-Scheidung, so auch der berühmte Spruch:

“Draw a distinction and create a universe”,

sprich jedesmal, wenn wir eine Unterscheidung treffen, erzeugen wir etwas Neues. Die erste Ausgabe von den “Laws of Form” erschien am 17. April 1969. Da war ich so ca. Minus zwei Jahre alt. Zwischen 1993 und 1999 studierte ich Informatik. Dort sprach man in der Vorlesung Graphentheorie auch das sogenannte 4-Farben-Problem an. Es besagt, soweit ich weiss, das es keinen Beweis gibt, das es möglich sei, beliebige Landkarten mit 4 Farben so einzufärben, das jedes Nachbarland eine andere Farbe hat. George Spencer Brown liefert im Anhang 5 seines Buches zwei Beweise bzw. beschreibt einen Algorithmus für das 4-Farben-Problem. Bis heute gilt das Problem “offiziell” als ungelöst und Spencer Browns Lösung ist wenig populär bzw. anerkannt.

Verstanden habe ich Spencers Brown noch nicht. Und ich denke es ist auch noch ein langer Weg dorthin. Aber besser irgendwann den Weg antreten als nie……. ich bin gespannt und werde versuchen, meine Reise und meine Erkenntnisse in meinem Blog zu dokumentieren.

Meine erste Lektion war die Unter-Scheidung zwischen einer Unter-Scheidung nach Spencer Brown und einer Ent-Scheidung. Wenn ich mich nicht irre, geht eine Unter-Scheidung immer einer Ent-Scheidung vorraus. Das heisst durch eine Unter-Scheidung wird immer etwas erst erzeugt, etwas konstruiert, etwas Neues geschaffen (ich glaube nach den laws erzeugt der Prozess der Unter-Scheidung drei Elemente).

Achja …. wieso heisst jetzt mein Blog wie das Buch von George Spencer Brown. Ja also, wie Ralf Westphal auf die Suche nach Erkenntniss über Pile sein Blog geschrieben hat, möchte ich dies für die “Laws of Form”, für Pile und Kybernetik tun. Für mich ist der Blog somit ein Reflektionsinstrument in meinem persönlichen Lernprozess mit der Option über das Internet und die Kommentare der Leser zusätzlich zu reflektieren.

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